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Roehren betoeren

Da stand er nun, der "Musikant" (musician), gerade erst zusammengeschraubt und "frei verdrahtet", wie Herr Rullit stolz bemerkte......Ein schwarzes Kaestchen, unscheinbar neben meiner riesigen Audio-Research Endstufe D - 400. Gerade 2x3 Watt Class A, und die sollten nun in Konkurrenz treten mit den 200 Watt der Monsterendstufe. Anzutreiben sind zwei Wilson Cub, gesegnet mit einer Empfindlichkeit von 93 db. Trotzdem.........ich glaube noch nicht daran, dass dieser kleine "Musikant" eine echte Konkurrenz sein koennte.

Mein Electrocompaniet CD-Spieler wurde mit dem neuen NF-Wunderkabel "Rullit", auch aus der Rullit-Manufaktur; direkt an die regelbare Endstufe angeschlossen. Und dann hoerten wir die ersten Takte Musik aus der neuen Patricia Barber CD ("Verse") und ich traute meinen Ohren nicht. Da breitete sich ein extrem farbiges und weites Klangbild vor mir aus, das weit ueber die Boxen hinausragte. Frau Barbers Stimme ich in diesem Raum noch nie so intensiv und mit soviel Schmelz gehoert. Ich war voellig uberrascht, wie viel Gefuehl und Charme meine Wilsons verbreiten koennen - und wie viel helle, um nicht zu sagen harte Analytik der Testsieger Audio-Research D-400 im Gegensatz dazu entwickelte.

Noch aber misstraute ich meinen Ohren, ich wollte mich absichern und rief meine Freundin zu dem Hoeren hinzu. Frauen hoeren erfahrungsgemaess anders, mehr mit dem Herzen und weniger mit dem Verstand. Kari Bremnes wunderbare CD "norwegian mood" drehte sich im Player und nach dem ersten Titel, einer sentimentalen Liebesromanze ("A lover in Berlin") bemerkte meine Freundin nur: "das geht ja direkt ins Herz, da moechte man am liebsten mitweinen". Dieser Satz drueckt am deutlichsten die Klangcharakteristik des kleinen Musikanten aus: er macht einfach Musik, klangfarbenstark, die direkt ins Herz fliesst.

Erst bei Gustav Mahlers full-size-Orchester in seiner 3. Sinfonie (Kent Nagano und Deutsches Sinfonie-Orchester Berlin) wurden die Grenzen des "musician" deutlich hoerbar: bei grossvolumigen Sinfonieorchester ist die Lautstaerke begrenzt. Hier punktete dann die Audio-Research Endstufe mit ihren 200 Watt. Doch sobald sich wieder kleine Jazz-Besetzungen oder Frauenstimmen im Player drehte, war sie wieder da, diese betoerende Roehrenpracht.

Michael Zeltner

 
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